header Wissenschaft und Praxis im Dialog über die juristische Ausbildung

Programm

Donnerstag, 29. Juni 2017

Neuer Senatssaal der Universität zu Köln, Hauptgebäude, EG, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

 

ab 17.00 Uhr Registrierung, Ausgabe der Tagungsunterlagen

Teil 1: Bestandsaufnahme

17:30 Uhr: Begrüßung
RA Manfred Wissmann, Vorstandsvorsitzender der Hans Soldan Stiftung
Prof. Dr. Bernd Hirtz, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Instituts für  Anwaltsrecht an der Universität zu Köln
Prof. Dr. Martin Henssler, Prorektor der Universität zu Köln


17:50 Uhr: Die deutsche Law Clinic-Landkarte: Eine Analyse existierender Angebote studentischer Rechtsberatung in Deutschland
Prof. Dr. Matthias Kilian, Universität zu Köln

Der Auftaktvortrag untersucht den Status Quo der Law Clinic-Szene in Deutschland. Prof. Dr. Matthias Kilian stellt Ergebnisse einer deutschlandweiten Datenerhebung vor.


18:30 Uhr: Law Clinics als Rechtsdienstleister

Akad. Rat Dr. Christian Deckenbrock, Universität zu Köln

Erst das 2008 in Kraft getretene Rechtsdienstleistungsgesetz hat die notwendige Rechtssicherheit für die Tätigkeit von Law Clinics geschaffen. Dr. Christian Deckenbrock, Mitherausgeber eines führenden RDGKommentars, beleuchtet den Rechtsrahmen, in dem Law Clinics agieren, erläutert die Anforderungen des § 6 RDG und analysiert Streitfälle der jüngeren Vergangenheit.


Aussprache



19:15 Uhr: Der Fall „JS“ und eine historische Entscheidung des britischen High Court

Hannah Camplin, University of Westminster, London

Im November 2016 sorgte weltweit der Fall „JS“ für Aufsehen: Eine unheilbar erkrankte 14jährige erstritt sich unmittelbar vor ihrem Tod vor dem englischen High Court das Recht auf eine Kryokonservierung. Möglich geworden war das Verfahren nur, weil sich die mittellose „JS“ an die Law Clinic der University of Westminster gewandt hatte, mit deren Hilfe sie in der Folge die Leitentscheidung des High Court erstreiten konnte.


anschließend Get-Together bei kölschem Büfett



Freitag, 30. Juni 2017

Amélie Thyssen Auditorium in der Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13-15, 50672 Köln


ab 09.00 Uhr:  Kaffee, Registrierung, Ausgabe der Tagungsunterlagen

Teil 2: Case Studies

09:30 Uhr: Drei Law Clinics stellen sich in kurzen, 10-minütigen Präsentationen vor, die beispielhaft für die Bandbreite der Konzepte stehen.
Humboldt Consumer Law Clinic Berlin (Sophie Reimann)
Refugee Law Clinic Köln (Daniel Diedrichsen)
Law Angels Passau (Dominic Habel)
Tax Law Clinic Hannover (Dr. Thomas Keß)

Aussprache und Pause


Teil 3: Internationale Erfahrungen

10:45 Uhr: Law Clinic Models: Experiences from the UK
Hannah Camplin, University of Westminster, London

Hannah Camplin berichtet von den Erfahrungen aus Großbritannien und den verschiedenen „Denkschulen“, aus denen Law Clinics hervorgegangen sind – zum Teil sind sie eher edukativ ausgerichtet, zum Teil stärker rechtsdienstleistend. Zuvor musste man sich mit vielen Problemen, die sich aktuell in Deutschland stellen, auseinandersetzen.


11:10 Uhr: Balancing the Interests of Stakeholders in Clinical Legal Education
Keeley Fletcher, The University of Sheffield♦

Durch die Aktivitäten von Law Clinics sind verschiedenste Stakeholder betroffen: Universitäten, die Anwaltschaft, Rechtsuchende, die Gesellschaft als solche. Keeley Fletcher erläutert, wie Interessenkonflikte minimiert werden können.


Aussprache und Pause


Teil 4: Law Clinics und Juristenausbildung

Welche Rolle können die Law Clinics als edukatives Konzept perspektivisch
in der Juristenausbildung spielen – insbesondere vor dem Hintergrund
der geplanten Reformen der Juristenausbildung, über die sich die
Kultusministerkonferenz bereits verständigt hat?


12:00 Uhr: Impuls: Gibt es einen Platz für Law Clinics in der Juristenausbildung?
PräsLJPA Gudrun Schäpers, Präsidentin des Landesjusitzprüfungsamts NRW

12:15 Uhr: Diskussion im Fish Bowl-Format*

  • —Dr. Julia Elixmann, Freiburg Legal Clinics
  • Prof. Dr. Nora Markard M.A., Refugee Law Clinic Hamburg
  • —RAin Sabine Gries-Redeker, Vorsitzende des Ausschusses Aus- und Fortbildung des DAV
  • —PräsLJPA Gudrun Schäpers, Präsidentin des Landesjusitzprüfungsamts NRW


13:15 Uhr Mittagspause


Teil 5: Law Clinics und Anwaltschaft

Eine Studie des Soldan Institut hat jüngst belegt, dass die Mehrzahl der Anwälte die Aktivitäten von Law Clinics bislang nicht wahrgenommen hat – wenn aber sie mehrheitlich als unerwünschte Konkurrenz sehen. In diesem Panel wollen wir darüber diskutieren, ob Law Clinics tatsächlich Wettbewerber für Rechtsanwälte sind – oder nicht vielleicht auch eine Chance, Studierende frühzeitig für die anwaltliche Arbeit zu begeistern.


14:15 Uhr: Impuls: Law Clinics – Chance oder Wettbewerb für die Anwaltschaft?
Rechtsanwalt Andreas Okonek, Redeker Sellner Dahs, Bonn


14:30 Uhr: Diskussion im Fish Bowl-Format*

  • —Rechtsanwalt Dr. Ronald Reichert / Andreas Okonek (Redeker)
  • —Georg Dietlein, Vizepräsident des Bunds Studentischer Rechtsberater
  • —Rechtsanwalt Dr. Thomas Kuhn, Ausschuss Juristenausbildung der BRAK
  • —Professor Dr. Thomas Mann, Göttingen

 

15:30 Uhr: Pause

Teil 6: Professionalisierung von Law Clinics

Gegenwärtig ist die Tätigkeit von Law Clinics allein durch die rudimentäre Vorschrift des § 6 Abs. 2 RDG und die allgemeinen Grundsätze der Zivilrechts reguliert. In diesem Panel wollen wir darüber diskutieren, ob zu einer Professionalisierung von Law Clinics auch gehört, dass es einheitliche, verbindliche Regeln für die studentische Rechtsberatung in Deutschland gibt.


15:45 Uhr: Impuls: Ist der existierende Rechtsrahmen für Law Clinics ausreichend?

RA Dr. Frank Remmertz, Vorsitzender des Ausschusses Rechtsdienstleistungsgesetz der BRAK

16:00 Uhr: Diskussion im Fish Bowl-Format*

  • —N.N. , Vertreter Bund Studentischer Rechtsberater
  • —Laura Hilb, Wiss. Mitarbeiterin Refugee Law Clinic Gießen
  • —RA Dr. Frank René Remmertz, Vorsitzender des Ausschusses Rechtsdienstleistungsgesetz der BRAK / Vorstandsmitglied der RAK München
  • —Prof. Dr. Susanne Augenhofer, Humboldt Consumer Law Clinic, Berlin


17:00 Uhr: Schlussworte

anschließend  Umtrunk / Empfang

 

♦ = angefragt

* Das Fish Bowl-Format ist eine moderne Methode der Diskussionsführung. Neben den feststehenden Diskutanten kann das Auditorium jederzeit einen sog. Gast-Stuhl besetzen und so das Panel erweitern. Ein Teilnehmer aus dem Auditorium kann auf dem Gast-Stuhl Platz nehmen und mitdiskutieren, bis er alles gesagt hat, oder ein weiterer Teilnehmer aus dem Auditorium auf dem Gast-Stuhl Platz nehmen will.